Samstag, 5. Mai 2018

Wie viel weißer werden die Zähne beim Bleichen, und was muss man beachten?

Wolfgang-M. Boer:
Wir messen dies mit standardisierten Farbskalen, nach denen eine Aufhellung von zwei bis drei Farbstufen erreicht werden kann. Dabei sollte der Zahnarzt darauf achten, dass die Farbe nicht unnatürlich weiß wird: Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnheilkunde (DGÄZ) definiert schöne Zähne nicht als künstlich knallweißen Lattenzaun, das Ziel sind immer noch natürlich schöne Zähne. Während das Bleaching durchgeführt wird und auch in den ersten zwei Wochen nach dem Abschluss, sollte man stark färbende Nahrungsmittel wie Rotwein, Traubensaft, Kaffee, schwarzen Tee, Speisen mit Safran und natürlich auch Tabak möglichst vermeiden, da die Pigmente um so leichter wieder von den Zähnen eingelagert werden. Nach einem Bleaching ist die Dauerhaftikeit des Erfolges stark abhängig von den Ernährungsgewohnheiten und der Mundpflege.

Wie viel weißer werden die Zähne beim Bleichen, und was muss man beachten?


Wie lange hält der Effekt?
Wolfgang-M. Boer:
Das kommt sehr stark auf die Ess- und Putzgewohnheiten des Patienten an: Je mehr färbende Genussmittel in Kontakt mit den Zähnen kommen, bei Rauchern oder mäßiger Zahnpflege, je schneller verblasst natürlich der Aufhellungseffekt. In der Regel kann man aber davon ausgehen, dass er mindestens drei bis fünf Jahre sichtbar bleibt. Witzig ist es, dass Bleaching-Patienten häufig in den Wintermonaten kommen, weil sie das Gefühl haben, ihre Zähne wären nachgedunkelt und es sei Zeit, einmal nachzubleichen. Wenn man dann aber den Farbton der Zähne objektiv mit einer Farbskala kontrolliert, stellt man meist fest, dass die Farbe noch die gleiche ist. Aber der Patient ist im Winter eben in der Regel blasser, und durch den fehlenden Kontrast zur Haut erscheinen die Zähne nicht mehr so weiß wie im Sommer. Ich rate den Patienten dann, eher mal auf die Sonnenbank zu gehen, was im Winter auch gleich die Laune hebt.

Ist Bleaching gefährlich, oder kann es schädlich sein?
Wolfgang-M. Boer:
Nein, das medizinische Aufhellen des Zahnschmelzes ist eine lang erprobte und wissenschaftlich gut dokumentierte Technik. Allerdings sind trotzdem einige
Vorsichtsmaßnahmen zu beachten. So sollten natürlich zuerst alle externen Beläge und Verschmutzungen von den Zähnen entfernt werden.

Dazu ist im Vorfeld eine professionelle Zahnreinigung (PZR) erforderlich. Ganz wichtig, um unerwünschte Nebenwirkungen auszuschließen, ist die gründliche Inspektion durch den Zahnarzt: Sind unbehandelte Kariesstellen oder undichte Kronenränder vorhanden, so kann das H2O2 in den Zahn eindringen und den Nerv reizen. Dies muss unbedingt vorher ausgeschlossen werden, auch wenn man selber mit frei verkäuflichen Materialien ein Bleaching durchführen will!

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